Wolnzacher Lehrpfad neu beschildert

Hallertauer Lehrpfad 2018Karin Trouboukis

Freuen sich, dass sich das von ihnen entwickelte Lehrpfadkonzept in den vergangenen 20 Jahren so gut bewährt hat: Hans Sommerer (links) und Erich Niedermeier (rechts).

"Hier gibt es wirklich alles, was Herz und Auge begehren", schwärmt Hans Sommerer. Wenn sich die Hügel der Hallertauer Landschaft öffnen und den Blick freigeben auf den Ort Wolnzach, wenn sich der Hopfen die Drähte hochwindet, Getreideähren sanft im Wind wogen und der dunkelgrüne Wald seinen typischen Duft verströmt, dann geht es ihnen auch immer wieder so. Dann sind sie fasziniert, begeistert und wissen: alles richtig gemacht. Und das schon vor über 20 Jahren.

 

"Die Strecke ist wirklich wunderbar, könnte nicht besser sein." Die Strecke - die Rede ist vom Hallertauer Lehrpfad, der sich beginnend vom Parkplatz an der Wendenstraße hinauf windet durch Wälder, Felder und eben Hopfengärten und - geht man den ganzen Weg über etwa vier Kilometer - in der Josef-Reindl-Straße endet. Erspüren, was die Hallertau ausmacht, genießen und erfahren soll der Spaziergänger, deshalb haben Niedermeier und Sommerer seinerzeit Strecke und Lehrtafeln konzipiert, die dem Betrachter viel Wissenswertes über die Hallertauer Kulturlandschaft vermitteln.

Nach 20 Jahren brauchte es nun aber ein Überarbeiten - bei gleich bleibendem, weil bewährtem Konzept. "Ein paar Logos waren ausgebleicht und an manchen Stellen waren neue Texte nötig", erklärt Erich Niedermeier. Freilich seien die Tafeln zwar wetterfest gestaltet, 20 Jahre aber seien dann doch nicht an allen spurlos vorüber gegangen. Die Fundamente und Rahmen der Tafeln aber waren laut Sommerer in gutem Zustand, dem Wolnzacher Bauhof sprechen beide Macher deshalb ein großes Lob aus.

"Ich habe immer gesagt, dass ich mich kümmere, wenn ich in Ruhestand bin", so Niedermeier. Diese Zeit habe er jetzt gehabt - und selbige auch gebraucht. Denn gerade sein Fachbereich, der Hopfen, erforderte doch einiges an Arbeit auf den Schautafeln. "Manches von damals ist heute ein alter Hut", lächelt der pensionierte Hopfenfachmann. "Man kann sich vorstellen, was sich in den vergangenen 20 Jahren im Hopfen alles getan hat." Weniger Zahlen auf den Tafeln, die nach einigen Jahren ohnehin wieder überholt wären, dazu die Möglichkeit, Detailinformationen, wenn nötig, aktualisieren zu können - auch die gemachten Erfahrungen der vergangenen Jahre sind in die Überarbeitung der Lehrpfadtafeln eingeflossen. Eben deshalb wurden auch einige von ihnen versetzt, da spielt eine spezielle Erfahrung eine große Rolle. Niedermeier und Sommerer sind nämlich jeweils Gästeführer im Hopfenmuseum - und wissen daher: "Größere Gruppen möchten nach dem Museumsbesuch oft gerne etwas über den Hopfen erfahren, aber keine vier Kilometer gehen." Deshalb wurden die Tafeln jetzt so gestellt, dass die ersten vier ab Eingang Wenden-straße in Richtung Lohwinden dem Betrachter kompaktes Wissen über den Hopfen vermitteln - ohne, dass er den gesamten Rundkurs bewältigen muss. Auch den aktuellen Bedingungen wurden die Inhalte angepasst. So gibt es ganz neu beispielsweise eine "Maistafel", denn der Mais habe in jüngster Zeit zunehmend an Bedeutung erlangt.

Der Wegezustand - ein großes Thema ist er beim Lehrpfad. Dass er immer wieder von Nutzern thematisiert wird, nimmt der Markt Wolnzach positiv: "Das zeigt , wie sehr der Lehrpfad den Leuten am Herzen liegt", sagt dazu Bürgermeister Jens Machold. Über einen Fachmann werde deshalb ein Gesamtkonzept entwickelt und der Auftrag für Unterhaltsarbeiten wurde soeben zum Angebotspreis von rund 35000 Euro in der Mai-Bauausschusssitzung vergeben.

Gut angelegtes Geld, da sind sich die beiden Lehrpfadväter Erich Niedermeier und Hans Sommerer - beide leisten ihren Einsatz übrigens ehrenamtlich - absolut einig. Denn so könne der Lehrpfad auch mit Rollatoren oder Kinderwagen genutzt werden - zumindest ein Teil davon. Andere Abschnitte des Lehrpfades sind - ganz bewusst - als Naturweg gehalten. "Da braucht es bei schlechtem Wetter halt dann auch entsprechende Schuhe", so Sommerer.

Nach 20 Betriebsjahren hat der Lehrpfad immer noch große Bedeutung, meinen seine Macher. Warum? "Gerade heutzutage , wo es immer mehr Stubenhocker gibt, ist es wichtig, für die Natur zu motivieren, zu begeistern und die Leute - gerade Kinder und Jugendliche - herauszulocken." Als Lehrer weiß Hans Sommerer sehr genau, wovon er spricht. Der Hallertauer Lehrpfad sei hierfür bestens geeignet - und das heute mehr denn je.
 

Karin Trouboukis

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