Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke: Gemeinsam den Energieverbrauch senken und stetig voneinander lernen

Netzwerktreffen Markt Wolnzach Juli 2019

 

Auszug aus dem Bericht des Bayerischen Gemeindetages 09/2019 über Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke

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Energieeffizienz-Netzwerke für Kommunen sind Bestandteil der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Sie sollen einen erheblichen Beitrag zur Minderung des Energiebedarfs und zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele leisten. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2015 das Förderprogramm „Förderung von Energieeffizienz-Netzwerken von Kommunen“ aufgesetzt.


In einem Energieeffizienznetzwerk schließen sich sechs bis zwölf Kommunen über einen Zeitraum von drei Jahren zusammen, um sich untereinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Die Netzwerkarbeit basiert dabei auf zwei Säulen:


1) Während der Projektlaufzeit finden jährlich vier moderierte Netzwerktreffen statt, bei denen konkrete energierelevante Fragestellungen diskutiert und fachlich erörtert werden. Die Besichtigung von Praxisbeispielen unterstreicht den umsetzungsorientierten Charakter der Treffen und fördert den interkommunalen Austausch.


2) Zudem erfolgt in der Netzwerkarbeit eine individuelle energietechnische Beratung der teilnehmenden Kommunen, bei der konkrete Projekte zur Energieeinsparung oder dem Ausbau erneuerbarer Energien fachtechnisch geprüft und in die Umsetzung überführt werden.


Die Gemeinde Baar-Ebenhausen, der Markt Feucht, der Markt Wolnzach, die Stadt Geisenfeld, die Stadt Haßfurt, die Stadt Kemnath, die Stadt Neustadt a.d. Donau, die Stadt Roth, die Stadt Vohburg sowie die Stadt Zirndorf haben bereits im Jahr 2015, als eines der ersten Netzwerke in Deutschland, beschlossen, ein Energieeffizienz-Netzwerk zu gründen. Als Netzwerkträger (Organisator) und energietechnischer Berater fungiert das Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg.


Seitdem haben 14 Netzwerktreffen – zwölf im Rahmen des ersten Förderprogramms und zwei im Zuge der freiwilligen Fortführung – an unterschiedlichen Orten in Bayern stattgefunden. In den Kommunen wurden verschiedenste reale Projekte wie Wärmeverbunde, Sanierungen, Energiemanagementsysteme, PV-Anlagen, Effizienzsteigerungen auf beispielsweise Kläranlagen und vieles mehr technisch geprüft und in die Umsetzung überführt.


Bürgermeister Jens Machold: „Die Treffen im Energieeffizienznetzwerk sind nahezu unersetzlich. Aufgrund aktueller Vorträge durch das IfE bleibt man immer auf dem Laufenden. Auch der wichtige Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen ist ungemein wertvoll.“


Bürgermeister Werner Nickl: „Sowohl die fachliche Beratung durch das IfE-Institut wie natürlich auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen sind wertvoll und hilfreich für die Umsetzung von Maßnahmen.“


Die erfolgreiche Zusammenarbet sowie die erreichten Projektziele in den Kommunen haben dazu geführt, dass sich alle Kommunen für die Fortführung der Netzwerkarbeit auch nach der 3-jährigen Förderphase ausgesprochen haben.


Am 04. Juli 2019 trafen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen im Markt Wolnzach, wo Herr Matthias Simon vom Bayerischen Gemeindetag zum Thema „Energiewende und Baurecht“ referierte.


Die nachhaltige städtebauliche Entwicklung und Sicherung des Klimaschutzes ist bereits in den ersten Paragraphen des Baugesetzbuches verankert. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, stehen den Kommunen Gestaltungsinstrumente zur Vergügung. Herr Simon konnte anhand von konkreten Projekten eindrücklich schildern, welche Methoden gut oder weniger gut funktionieren, um z. B. das Thema Energieeffizienz im Bebauungsplan zu verankern.


Im Rahmen des Fachvortrags wurde die Vielschichtigkeit des Themas deutlich, da neben Energiethemen z. B. auch soziale Gerechtigkeit und Naturschutz von großer Bedeutung sind. Es zeigte sich, wie wichtig der gegenseitige Austausch ist, insbesondere vor dem Hintergrund wechselnder rechtlicher Rahmenbedingungen und der Motivation, dem Klimawandel und Flächenverbrauch entgegenzuwirken.


Die kommunale Netzwerkarbeit im Rahmen der Energieeffizienznetzwerke bietet eine gute Möglichkeit, sich zu komplexen Fragestellungen auszutauschen und gegenseitig von den unterschiedlichen Erfahrungen zu profitieren. Dabei können beipielsweise auch Themen wie Klärschlammnutzung, energetische Sanierung oder softwareunterstütztes Liegenschaftsmanagement aufgeriffen werden und im Rahmen der energietechnischen Beratung in der eigenen Kommune fachlich geprüft werden.


Förderung der Energieeffizienz-Netzwerke


Die kommunalen Energieeffizienz-Netzwerke sind seit 2019 Bestandteil der Kommunalrichtlinie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und werden mit bis zu 60 % über die 3-jährige Laufzeit gefördert. Die Beantragung der Fördermittel erfolgt über den Projektträger Jülich (PtJ). Weitere Informationen unter:


https://www.ptj.de/projektfoerderung/nationale-
klimaschutzinitiative/kommunalrichtlinie/netzwerke


Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg


Das Institut für Energietechnik IfE arbeitet und forscht mit einem Team von 35 Ingenieuren und Wissenschaftlern in den Bereichen rationelle Energiewandlung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Das IfE betreut derzeit 18 kommunale Energieeffizienz-Netzwerke mit 200 teilnehmenden Städten, Gemeinden und Landkreisen sowie 3 Energieeffizienz-Netzwerke mit insgesamt 30 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Gewerbe und Energieversorgung.

 

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